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Il dolce far niente a Venezia

Ich glaube, es gibt kaum einen Ort an dem ich schon sooft war wie Venedig und das auch noch zu allen Jahreszeiten. Ich bin im Frühjahr mit leichter Brise über das Wasser in die Stadt gefahren, wurde im Hochsommer von den Touristenmassen herumgeschoben, habe die Herbstsonne genossen und im Winter Aqua Alta miterlebt.

Aqua Alta (ital. Hochwasser) war wohl der spannendste Moment in Venedig. Als wir mit dem Zug am Abend ankamen, hat es stark geregnet, aber wir hätten wohl nie damit gerechnet, dass am nächsten Morgen die Straßen überflutet wären. Die die sich aus den Häusern rausgewagt haben, waren mit Gummistiefeln bewaffnet…die weniger Glücklichen wateten meist Barfuss auf den Wegen, ihre Koffer über dem Kopf tragend. Wir haben uns provisorische Plastiksackerl/schuhe im Hotel gekauft und uns auf die Suche nach richtigen Gummistiefeln gemacht. Nach einer kurzen Suche (die Verkäufer sind auf einmal wie die Schwammerl überall aufgeploppt) sind wir mit dem richtigen Schuhwerk durch Venedig gewatet.

Das Wasser ging uns teilweise fast bis zu den Knien, aber wir konnten trotzdem problemlos durch die meisten Bereiche der Stadt waten. An einigen Stellen gab es auch schmale erhöhte Holzstege, die mich sehr an Holzbierbänke erinnerten. Zum Markusplatz konnten wir allerdings nicht, da dort das Wasser zu hoch war. So spannend es auch war durch Venedig zu waten, umso verblüffter war ich, wie schnell das Wasser wieder weg war. Im Laufe des Vormittages hatte es aufgehört zu regnen und bereits am Nachmittag war die Stadt wieder trocken. Ein weiterer Pluspunkt, mal abgesehen davon, nicht mehr in Gummistiefeln herumlaufen zu müssen, war, dass der Markusplatz am Nachmittag fast menschenleer war und wir mussten uns noch nicht mal anstellen, um in San Marco reingehen zu können.

 

Jedes Mal in Venedig oder einer anderen Stadt in Italien, wie Rom oder Florenz, gehe ich gerne in die kleinen, alten Lederhandschuh-Geschäfte. Hinter dem Verkaufstresen stapeln sich die unterschiedlichsten Sorten von Handschuhen in allen möglichen Farben. Selbst anprobieren darf man die Handschuhe allerdings nicht. Zuerst zeigt man seine Hände den Verkäuferinnen, die sofort die richtige Größe erkennen können (verblüfft mich jedes mal wieder) und den gewünschten Handschuh aus dem Regal holen. Sobald man seine Ringe entfernt hat, stützt man seinen Ellbogen auf ein kleines Samtkissen und streckt die Finger. Der Handschuh wird einem dann angezogen. Ich liebe dieses Prozedere! Es gibt mir jedes mal das Gefühl in der Zeit zurückzureisen. Am liebsten kaufe ich in Venedig bei JBGuanti ein.

 

 

Jeder der mich kennt, weiß, dass ich immer gerne auf Märkte gehe, da kann ich natürlich den Fischmarkt in Venedig nicht auslassen…obwohl ich nicht so gerne Fisch und Meerestiere esse, hätte ich dort am liebsten gleich eingekauft. Oh und nur so als Vorwarnung, viele der Tiere sind noch am Leben und es kann durchaus passieren, dass sich plötzlich etwas bewegt. Die Verkäufer hatten den größten Spaß mit mir!

 

 

 

 

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